JARA-BRAIN: Von der Erforschung neurologischer und psychischer Erkrankungen zu Neurokonvergenz

KI-generiertes Bild

Der Forschungsbereich BRAIN war einer der Gründungsschwerpunkte in der JARA. Über die Jahre hat sich JARA-BRAIN zu einer Plattform etabliert, um neue Strategien zur Vorbeugung, Diagnose und Therapie psychischer und neurologischer Erkrankungen zu entwickeln. Im Fokus stand dabei von Beginn an die enge Verzahnung von Grundlagenforschung, klinischer Forschung und technisch-methodischer Kompetenz. Bereits früh widmeten sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von JARA-BRAIN konkreten Fragestellungen wie der Verbesserung der Früherkennung von Alzheimer-Demenz mithilfe moderner bildgebender Verfahren oder der Identifikation genetischer Marker, die bei Erkrankungen wie Schizophrenie Rückschlüsse auf individuelle Krankheitsverläufe zulassen.

JARA-BRAIN verbindet dazu die Stärken des Instituts für Neurowissenschaften und Medizin des Forschungszentrums Jülich im Bereich Hightech-Entwicklungen und interdisziplinärer Forschungskompetenz mit der Expertise der Universitätsklinik Aachen, die in Psychiatrie, Neurologie und Neuropsychologie europaweit führend ist. Damit deckt die Sektion die komplette Erkenntniskette von der Grundlagenforschung bis hin zur klinischen Anwendung ab und ermöglicht so die rasche Translation von Forschungsergebnissen in die medizinische Praxis.

Die thematische Ausrichtung des Forschungsbereichs hat sich in den vergangenen Jahren konsequent weiterentwickelt. Aufbauend auf den bestehenden Stärken in den Neurowissenschaften wurde der Fokus zunehmend auf weitere interdisziplinäre Zusammenarbeit unter dem Schlagwort Neurokonvergenz erweitert. Hierbei werden biologische, technische und datenbasierte Ansätze systematisch zusammengeführt, um ein umfassenderes Verständnis von Erkrankungsmechanismen zu gewinnen und innovative Therapieansätze zu entwickeln. Darüber hinaus können aber auch computerwissenschaftliche und teschnische Entwicklungen von Erkenntnissen der Neurowissenschaften profitieren, sei es in dem Bereich neuromorphes Computing, neuronalen Netzen aber in Effizienzgewinnen bei Schaltkreisen.

Warum Neurokonvergenz? 

Dieser enge Austausch wird in der Zukunft an Bedeutung gewinnen und soll in JARA-BRAIN aus der neurowissenschaftlichen Perspektive zu gemeinsamen Fragestellungen und Entwicklungen mit Computer- und Ingenieurwissenschaften führen.

Diese Herausforderung erfordert nicht nur exzellente Einzelkompetenzen, sondern auch eine integrative und interdisziplinäre Forschungsstrategie, die biologische, technologische und datenwissenschaftliche Perspektiven verbindet – ein Ansatz, den JARA-BRAIN unter dem Namen Neurokonvergenz gezielt weiterverfolgt.

Ziele und Perspektiven: Translation, Technologietransfer und Nachwuchsförderung im Fokus

Ziel von JARA-BRAIN ist es, innovative Strategien zur Vorbeugung, Diagnose und Therapie psychischer und neurologischer Hirnerkrankungen zu entwickeln. Dafür werden Grundlagen-, klinische und technisch-methodische Forschung systematisch miteinander verknüpft.

Im Zuge der thematischen Weiterentwicklung rückt dabei die enge Verbindung unterschiedlicher Disziplinen noch stärker in den Mittelpunkt. Forschungsfelder wie Neurodatenanalyse, neurotechnologische Systeme und individualisierte Therapiekonzepte gewinnen an Bedeutung.

Ein besonderer Fokus liegt auf der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, der interdisziplinäres Arbeiten zunehmend als selbstverständlichen Teil seiner Forschungskultur begreift. Dieses Potenzial möchte JARA-BRAIN gezielt nutzen, um herausragende Talente mit dem Bereich der Neurokonvergenz vertraut zu machen, sie nachhaltig zu qualifizieren und wissenschaftlich zu profilieren.

Forschungsergebnisse sollen dabei anwendungsorientiert gedacht werden, wobei Anwendungen nicht mehr nur in dem Bereich der Medizin sondern auch in technologischen Bereichen anvisiert werden sollen.