Wenn Strategie auf Eleganz trifft: Ein Schachspiel der besonderen Art
Schach lebt von Strategie. Von der Kunst, mehrere Züge vorauszudenken, Geduld zu beweisen und im entscheidenden Moment genau zu wissen, wie die Figuren zusammenspielen müssen. Gar nicht so anders als im Pferdesport, wo Ross und Reiter:in nur gemeinsam zu Bestleistungen finden, wenn jeder Schritt sitzt und die Harmonie stimmt.
Genau diese Verbindung aus Präzision und Partnerschaft spürt man am Lehrstuhl für Computergraphik, Geometrie und Multimedia der RWTH Aachen, wo derzeit ein Schachfiguren-Set entsteht, das so ungewöhnlich ist wie die Veranstaltung, für die es geschaffen wird. Unter der Leitung von Prof. Leif Kobbelt, JARA-CSD Direktor, wachsen hier Schachfiguren heran, die nicht nur beeindruckende 85 bis 140 Zentimeter groß sind, sondern allesamt ein Pferd verkörpern. Und jedes Pferd hat seine eigene Persönlichkeit passend zu seiner Rolle im Schachspiel verliehen bekommen.
So trägt die Dame einen schicken Hut, der Bauer kommt mit Latzhose und einer wilden Mähne daher, der Läufer im sportlichen Dress hat eine Nummer auf der Brust. Es sind Figuren, die wirken, als hätten sie gerade eine Trainingspause eingelegt und würden nun auf ihren Einsatz im nächsten „Match“ warten, nur eben nicht auf einem Reitplatz, sondern auf einem Schachbrett.
Anfrage aus dem Rathaus: Projekt für die Reit-WM 2026
Anstoß für diese ungewöhnliche Idee war eine Anfrage an Prof. Kobbelt aus dem Aachener Rathaus. Anlass ist die der Reit-WM 2026, die in Aachen stattfinden und die gesamte Stadt in eine Weltmetropole des Pferdesports verwandeln wird. Im Zuge eines Rahmenprogramms mit zahlreichen Veranstaltungen soll ein überdimensionales Schachspiel auf dem Katschhof aufgebaut werden. Genau dafür entstehen die übergroßen Pferdefiguren in Kobbelts Labor.
Als die Anfrage aus dem Rathaus kam, musste Kobbelt nicht lange überlegen. Der 3D-Druck von Objekten solcher Größe sei zwar eine echte Herausforderung, erzählt er, aber zugleich eine, die das Team sofort gepackt hat. Normalerweise arbeiten die Forschenden mit deutlich kleineren Modellen. Doch hier heißt es: neue Strategien entwickeln, Grenzen erweitern, ein bisschen wie beim Schach und im Reitsport.
Weitere Informationen stehen auf der Website der RWTH Aachen zur Verfügung: https://www.rwth-aachen.de/go/id/brftnn#aaaaaaaaabrftoh