Fünftes JARA-FORUM stellte die Karriere junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in den Fokus

Aachen/Jülich. Am 18. Oktober fand zum fünften Mal das JARA-FORUM Zukunftsperspektiven statt. Die Veranstaltung stellte unter dem Motto „Karrierewege made by JARA – Chancen in Hirnforschung und Information“ die wissenschaftliche Karriere und die Forschung in den Sektionen JARA-BRAIN und JARA-FIT in den Mittelpunkt. Rund 180 Zuhörer aus Politik, Hochschule, Forschung und Öffentlichkeit folgten in der Vertretung des Landes Nordrhein Westfalen beim Bund interessiert den Ausführungen der hochkarätigen jungen Sprecher. Ralf Krauter, Wissenschaftsjournalist beim Deutschlandfunk, moderierte die Veranstaltung.

Wissenschaftliche Karriere attraktiv gestalten
Hervorragende Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler sind die Voraussetzung für exzellente Forschung und Wissenschaft. Eine erstklassige wissenschaftliche Ausbildung ist dabei ebenso wichtig wie gute Berufs- und Karriereperspektiven. JARA bietet jungen Forschenden aller Karrierestufen vielfältige Möglichkeiten für ihren Start in die berufliche Karriere. So zeigt ein eigener Master-Studiengang im Bereich Nanoelektronik bereits die vielfältigen Möglichkeiten auf, die sich durch die Kooperation zwischen einer Großforschungseinrichtung und einer Universität bieten. Internationale Graduiertenkollegs in Zusammenarbeit mit JARA unterstützen Promovierende bei ihrer Arbeit und ermöglichen regelmäßigen wissenschaftlichen Austausch mit Kolleginnen und Kollegen. Die JARA-Juniorprofessur hilft, in der Wissenschaft Fuß zu fassen.
Aber auch der Bund und das Land NRW fördern junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit unterschiedlichen Programmen, um Deutschland als Standort attraktiv zu machen. Vor allem für junge Postdoktoranden sind planbare Karrierewege und Perspektiven wichtig, um sich für den Verbleib in der Wissenschaft und Lehre zu entscheiden. Svenja Schulze, Ministerin für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen, stellte daher in ihrer Ansprache die Wichtigkeit einer Verbesserung der Bedingungen und von noch attraktiveren Einstiegschancen in Wissenschaft und Lehre heraus. "Dass Wissenschaft eine attraktive Option für die besten Köpfe bleibt, dafür haben wir uns in NRW besonders stark eingesetzt – sowohl mit dem Rahmenkodex für gute Arbeit an Hochschulen als auch bei der Diskussion über eine Novelle des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes", sagte Schulze.

Svenja Schulze, Ministerin für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen Foto: © Phil Dera

Thomas Rachel MdB, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, stellte das Tenure-Track-Programm vor, das Bund und Länder im Juni 2016 verabschiedet haben. „Mit dem Programm wollen wir die besten Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler aus dem In- und Ausland gewinnen und ihnen frühzeitig Klarheit über ihre Karrierewege und Beschäftigungsmöglichkeiten in der Wissenschaft geben. Die Bundesregierung wird ab dem kommenden Jahr für das Tenure-Track-Programm eine Milliarde Euro bereitstellen, mit der 1.000 zusätzliche Tenure-Track-Professuren finanziert werden.“, hob Forschungsstaatssekretär Rachel hervor. (Rede des Staatssekretärs Rachel auf der Webpräsenz des BMBF)

Thomas Rachel MdB, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung Foto: © Phil Dera

Exzellente Hirn- und Informationsforschung
Der Fokus des JARA-FORUMs lag neben den Karrierewegen junger JARA Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vor allem auf deren Forschungstätigkeiten. Als Clinician Scientist arbeiten junge Ärztinnen und Ärzte sowohl klinisch an der Uniklinik RWTH Aachen, als auch forschend am Forschungszentrum Jülich. Innovationen in der Bildgebung oder die Verbesserung von neurowissenschaftlichen Studien sind nur zwei Beispiele für herausragende Forschungsaktivitäten des wissenschaftlichen Nachwuchses in der Sektion JARA-BRAIN. Das übergeordnete Ziel ist dabei stets, das menschliche Gehirn besser zu verstehen und effektivere Diagnosen und Therapien für psychische und neurologische Erkrankungen zu finden.
Auch im Bereich der Informationsforschung ist JARA gut aufgestellt.

(v.l.) Die JARA-BRAIN Mitglieder Prof. Irene Neuner, Prof. Thomas Nickl-Jockschat und Prof. Svenja Caspers im Gespräch mit Moderator Ralf Krauter, zum Thema Hirnforschung. Foto: © Phil Dera

Wissenschaftler der Sektion JARA-FIT berichteten von ihrer Forschung zur Quanteninformation und dem Ziel, einen Quantencomputer zu bauen. Um einen Quantencomputer tatsächlich realisieren zu können, sind einige Hürden zu nehmen. Die JARA-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler forschen daher in verschiedenen Bereichen, um die Entwicklung voranzubringen. Halbleiter-Spin-Qubits stehen dabei im Mittelpunkt, da sie vielversprechend für die Quanteninformationsverarbeitung sind.

Die JARA-FIT Mitglieder (v.l.) Prof. Maarten Wegewijs, Dr. Lars Schreiber und Prof. Hendrik Bluhm im Gespräch mit Moderator Ralf Krauter, zum Thema Quanteninformation. Foto: © Phil Dera

JARA – Hervorragende Bedingungen für den Nachwuchs
Dass die Jülich Aachen Research Alliance, kurz JARA, ein deutschlandweit einzigartiges und sehr erfolgreiches Kooperationsmodell von RWTH Aachen und Forschungszentrum Jülich ist, betonten Prof. Ernst Schmachtenberg, Rektor der RWTH Aachen University sowie Prof. Harald Bolt, Mitglied des Vorstandes des Forschungszentrums Jülich. Die Forschungskooperation überwindet das Nebeneinander von universitärer und außeruniversitärer Forschung und Lehre, um komplexen Fragestellungen mit vereinter Forschungskompetenz und -kapazität zu begegnen. Die RWTH Aachen und das Forschungszentrum Jülich verknüpfen in JARA gezielt Forschungsfelder, auf denen sich ihre jeweiligen spezifischen Stärken wirkungsvoll ergänzen, und schaffen unter dem Motto „Kompetenzen bündeln, Zukunft gestalten“ ein wissenschaftliches Umfeld der Spitzenklasse. Dies sei besonders interessant für Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, die an beiden Standorten ein hervorragendes Umfeld für ihre Forschungsaktivitäten finden, betonte Prof. Doris Klee, Prorektorin für Personal und wissenschaftlichen Nachwuchs der RWTH Aachen.

Bild 3: (v.l.) Prof. Ernst Schmachtenberg, Rektor der RWTH Aachen, Prof. Doris Klee, Prorektorin für Personal und wissenschaftlichen Nachwuchs der RWTH Aachen und Prof. Harald Bolt, Mitglied des Vorstandes des Forschungszentrums Jülich im Gespräch mit Moderator Ralf Krauter. Foto: © Phil Dera

Kontakt:
Sabine Prall
Pressereferentin
Jülich Aachen Research Alliance (JARA)
Tel.:    02461 61 96421
Fax:    02461 61 1816
Mobil:    0151 5105796
Mail:    s.prall@jara.org

Gründung der JARA-Institute


Am 1. April stand das SuperC der RWTH Aachen ganz im Zeichen der Jülich Aachen Research Alliance (JARA). Vor rund 90 Zuhörern wurden die neuen JARA-Institute präsentiert, in denen Aachener und Jülicher Wissenschaftler zu drängenden Fragen unserer Zeit forschen werden.

EU- und ERC-Förderung
Da die Fördermöglichkeiten unterschiedlicher Projektideen sehr vielfältig sind, ist es besonders wichtig, aus dem großen Angebot die passende Förderung für die eigene Forschungsidee zu finden. Einer möglichst persönlichen Beratung der Wissenschaftler kommt damit eine besondere Bedeutung zu. Als EU-Forschungsreferentin unterstützt Andrea Stockero Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei der Beantragung von Projekten im Rahmen von Horizon 2020.
JARA-Newsletter
Ab sofort versenden wir regelmäßig unseren JARA-Newsletter. Nach dem Link finden Sie unser Archiv, in dem Sie zukünftig alle Ausgaben unseres Newsletters lesen können.