ERC Consolidator Grants für Dr. Hendrik Fuchs und Prof. Samir Lounis
Die Consolidator Grants des ERC werden seit 2013 jährlich in einem hoch kompetitiven, zweistufigen Auswahlverfahren in der gesamten EU vergeben. Die Europäische Union unterstützt damit herausragende Forscherinnen und Forscher, in der Regel zwischen 7 und 12 Jahren nach der Promotion, bei der Verstetigung ihrer wissenschaftlichen Karriere. Die Fördergelder sollen es ihnen ermöglichen, ihre Teams zu stärken und innovative Ideen zu verwirklichen. Im vergangenen Jahr wurden 15 Prozent der Anträge bewilligt.

Dr. Hendrik Fuchs ist einer von zwei Jülicher Wissenschaftlern, die sich unter den 2051 Bewerberinnen und Bewerbern durchsetzen konnten. Fuchs arbeitet am Institut für Energie- und Klimaforschung, Troposphäre (IEK-8), des Forschungszentrums Jülich, dass durch JARA-ENERGY Mitglied Prof. Andreas Wahner geleitet wird. Der Titel seines Projektes lautet: "Simulation and Understanding of the Atmospheric Radical Budget for Regions with Large Emissions from Plants"
Das sogenannte Hydroxyl (OH)-Radikal sorgt als "Waschmittel" dafür, dass sich die Atmosphäre selbst von vielen Schadstoffen, die durch den Menschen oder Pflanzen emittiert werden, reinigen kann. Beim Abbau der Spurengase wird das OH-Radikal effizient recycelt. Doch wie dieser Recycling-Prozess in Gebieten aussieht, in denen Pflanzen große Mengen organischer Verbindungen in die Atmosphäre abgeben, ist bislang nicht genau geklärt.
Dr. Hendrik Fuchs will diese Wissenslücke schließen. Dazu untersucht der Wissenschaftler in seinem Forschungsprojekt mithilfe der Jülicher Atmosphärensimulationskammer SAPHIR den Abbau der wichtigsten biogenen organischen Verbindungen unter Bedingungen, wie sie in der realen Atmosphäre zu finden sind. Um die chemischen Mechanismen aufzuklären, wird für die experimentellen Untersuchungen ein einmaliges Set an Instrumenten zur Verfügung stehen; teilweise werden sie in dem Projekt entwickelt. Die Resultate können dann in Modellen verwendet werden, die den Kreislauf der Radikale über unterschiedlichen Gebieten der Erde auch mengenmäßig präzise darstellen.

Der zweite ausgezeichnete Nachwuchswissenschaftler ist Jun.-Prof. Dr. Samir Lounis vom Peter Grünberg Institut, Quanten-Theorie der Materialien (PGI-1 / IAS-1) des Forschungszentrums Jülich, unter der Leitung von JARA-FIT Wissenschaftler Prof. Stefan Blügel.
Jun.-Prof. Dr. Samir Lounis untersucht in seinem ERC-Projekt unter dem Titel "Dynamical magnetic excitations with spin-orbit interaction in realistic nanostructures" (DYNASORE) die Eignung komplexer magnetischer Nanostrukturen für die Informationstechnologie. Sein Fokus liegt auf Magnetstrukturen wie den wirbelförmigen Skyrmionen, die erst vor wenigen Jahren entdeckt wurden. Solche Gebilde könnten sich einmal nutzen lassen, um digitale Daten mit sehr geringem Energieaufwand auf engstem Raum zu verarbeiten und zu speichern. Jedoch sind die dynamischen Prozesse, die beim Entstehen und Löschen von Skyrmionen ablaufen, noch völlig unverstanden.
Um die physikalischen Einflüsse, die hierbei eine Rolle spielen, von Grund auf zu verstehen, plant Lounis mit seinem Team eine Jülicher Rechenmethode weiterzuentwickeln, sodass sie die Entstehung und Auslöschung von Skymionen in Strukturen aus bis zu mehreren Hundert Atomen beschreiben kann. Die Simulationsmethode soll ohne äußere, experimentell zu bestimmende Parameter auskommen, die gewonnenen Erkenntnisse allein auf den zugrundeliegenden Gesetzen der Physik fußen. Solche sogenannten Ab-initio-Rechenmethoden benötigen enorme Rechenkapazitäten und sind deshalb nur an Supercomputern möglich, wie es sie am Forschungszentrum gibt.
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Gründung der JARA-Institute


Am 1. April stand das SuperC der RWTH Aachen ganz im Zeichen der Jülich Aachen Research Alliance (JARA). Vor rund 90 Zuhörern wurden die neuen JARA-Institute präsentiert, in denen Aachener und Jülicher Wissenschaftler zu drängenden Fragen unserer Zeit forschen werden.

EU- und ERC-Förderung
Da die Fördermöglichkeiten unterschiedlicher Projektideen sehr vielfältig sind, ist es besonders wichtig, aus dem großen Angebot die passende Förderung für die eigene Forschungsidee zu finden. Einer möglichst persönlichen Beratung der Wissenschaftler kommt damit eine besondere Bedeutung zu. Als EU-Forschungsreferentin unterstützt Andrea Stockero Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei der Beantragung von Projekten im Rahmen von Horizon 2020.
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