Sogenannte Smart-Grids, intelligente Stromnetze, stehen im Fokus des kürzlich gestarteten EU-weiten Projekts „Interflex“. Ein Stromnetz, das intelligent auf Stromverbrauch und Stromangebot reagieren kann, ist eine zentrale Voraussetzung für die Einspeisung von erneuerbaren Energien. Wenn Sonnen- oder Windkraft, wegen schlechter Wetterbedingungen einmal nicht zur Verfügung stehen, heißt das nicht, dass kein Strom gebraucht wird. Die Stromnetze der Zukunft müssen sich daher an die jeweiligen Gegebenheiten anpassen können. Steht also kein Strom aus erneuerbaren Energiequellen zur Verfügung, muss das Stromnetz auf gespeicherte Energie zurückgreifen. Andersherum müssen die Energiespeicher auch wieder mit überschüssiger Energie aufgefüllt werden.

Gemeinsam für eine saubere Zukunft
Das Projekt Interflex widmet sich genau dieser Flexibilisierung des Stromnetzes und zielt darauf ab Smart-Grid Technologien im industriellen Maßstab anzuwenden sowie die Marktfähigkeit von erneuerbaren Energien zu steigern. Im Rahmen des EU-Programms „Horizon 2020“ wird das Projekt mit 23 Millionen Euro über drei Jahre gefördert. In dem Vorhaben vereinen sich 20 Partner aus Wissenschaft und Industrie. Federführend für den Bereich Interoperabilität der Systeme, Reproduzierbarkeit der Lösungen und der daraus resultierenden Geschäftsmodelle, ist das E.ON Energy Research Center (E.ON ERC) der RWTH Aachen University, unter der Leitung von Prof. Antonello Monti (JARA-ENERGY).

Die Auftaktveranstaltung zum Projekt fand am 26. Januar im französischen Nizza statt. Hier steht auch ein Demonstrationsprojekt der Firmen Enedis, an dem die Flexibilität von Speichersystemen und des Inselbetriebs untersucht werden kann, um diese zu optimieren. Enedis ist nur einer der 20 Projektpartner.

Das Netz der Zukunft – flexibel und lokal
Zentrale Inhalte der Untersuchungen sind die Erforschung und Entwicklung lokaler Stromnetz-Lösungen. Die Netzbetreiber sind aufgerufen vor allem lokale Anwendungen zu erarbeiten, um die Investitionskosten möglichst gering halten zu können. Dabei sind vielfältige Komponenten zu berücksichtigen. Beispielsweise wird in den nächsten Jahren die Anzahl von Ladestationen für Elektroautos stark steigen. Darüber hinaus wird die Energieerzeugung deutlich dezentraler sein als bisher, was weitere Herausforderung für eine sichere Stromversorgung darstellt. Erste Überlegungen zielen beispielsweise darauf ab, den Stromverbrauch in Spitzenzeiten zu senken oder Energiespeicher nur dann zu befüllen, wenn das Angebot an Strom aus erneuerbaren Energiequellen hoch ist.

Horizon 2020
Das Rahmenprogramm „Horizon 2020“ ist eine Initiative der Europäischen Union für Forschung und Innovation. Das Ziel ist es, Wissen und Innovationen in der Gesellschaft zu verbreiten, eine wettbewerbsfähige Wirtschaft aufzubauen sowie zur nachhaltigen Entwicklung beizutragen. Aus den vielen Projektvorschlägen werden nur die besten ausgewählt. „Interflex“ wurde beispielsweise aus 28 Projekten für eine Förderung ausgewählt.

Gründung der JARA-Institute


Am 1. April stand das SuperC der RWTH Aachen ganz im Zeichen der Jülich Aachen Research Alliance (JARA). Vor rund 90 Zuhörern wurden die neuen JARA-Institute präsentiert, in denen Aachener und Jülicher Wissenschaftler zu drängenden Fragen unserer Zeit forschen werden.

EU- und ERC-Förderung
Da die Fördermöglichkeiten unterschiedlicher Projektideen sehr vielfältig sind, ist es besonders wichtig, aus dem großen Angebot die passende Förderung für die eigene Forschungsidee zu finden. Einer möglichst persönlichen Beratung der Wissenschaftler kommt damit eine besondere Bedeutung zu. Als EU-Forschungsreferentin unterstützt Andrea Stockero Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei der Beantragung von Projekten im Rahmen von Horizon 2020.
JARA-Newsletter
Ab sofort versenden wir regelmäßig unseren JARA-Newsletter. Nach dem Link finden Sie unser Archiv, in dem Sie zukünftig alle Ausgaben unseres Newsletters lesen können.