Wissenschaftlern im Universitätsklinikum Aachen und im Forschungszentrum Jülich ist es im Rahmen einer Patientenstudie gelungen, die Wirksamkeit der Behandlung von Hirntumoren mit einem innovativen diagnostischen Verfahren frühzeitig nachzuweisen. Mit dem so genannten FET-PET-Verfahren lässt sich der Therapieerfolg bei hoch malignen Gliomen bereits sieben bis zehn Tage nach Abschluss der Radio-Chemotherapie einschätzen. Die derzeit etablierte Therapiekontrolle mittels Magnetresonanztomographie erfolgt in der Regel erst einige Wochen nach Therapieabschluss, da aufgrund reaktiver Veränderungen eine frühere Beurteilung des Therapieansprechens nicht sinnvoll ist.

Wie in der aktuellen Ausgabe des Journal of Radiation Oncology Biology Physics zu lesen ist, konnten die JARA-BRAIN Forscher Dr. med. Marc D. Piroth aus der Klinik für Strahlentherapie des Universitätsklinikums und Prof. Dr. med. Karl-Josef Langen aus dem Institut für Neurowissenschaften und Medizin des Forschungszentrums Jülich in einer Patientenstudie nachweisen, dass das FET-PET-Verfahren als zusätzliches diagnostisches Kontrollinstrument wesentlich früher als die bisherigen MRT-Kontrollbilder wichtige Therapieinformationen liefert.

Mit Hilfe der radioaktiv markierten Aminosäure O-(2-[18F]Fluorethyl)-L-tyrosin (FET), die die Tumorpatienten injiziert bekamen, wiesen die Wissenschaftler im Positronen-Emissions-Tomographen (PET) zunächst vor der Bestrahlung und - in einer weiteren FET-PET-Messung - wenige Tage nach Abschluss der Radio-Chemotherapie den vitalen Resttumor  im Gehirn nach. Vitales Tumorgewebe nimmt vermehrt Aminosäuren auf, was in der FET-PET-Aufnahme zu erkennen ist.

Abbildung: Vor der Radio-Chemotherapie (oberer Reihe) ist der Rest des teiloperierten Hirntumors im Gehirn des Patienten an der roten Farbe im Positronen-Emissions-Tomographen (PET) deutlich zu erkennen (Pfeil oben rechts). Nach der Bestrahlung und Chemotherapie (untere Reihe) weist das Gehirn im FET-PET-Verfahren eine Rückbildung des Tumors nach. Die MRT-Aufnahme zeigt fälschlicherweise ein Fortschreiten des Tumors. (Bild: Forschungzentrum Jülich)

Durch diese Verlaufskontrollen lassen sich frühzeitig Aussagen darüber treffen, ob eine Bestrahlung und Chemotherapie bei Patienten anspricht oder nicht.

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